Im Alpenraum gibt es viele kleine thematische Museen, welche von der Geschichte, Kultur und vom alten Handwerk des jeweiligen Gebiets erzählen. Es handelt sich dabei oft um Orte, die abseits der touristischen Hauptrouten liegen und die aufgrund ihrer Spezifität und der Schwierigkeit, sie wegen ihrer geografischen Lage zu erreichen, weniger Besucher anziehen.

Das Projekt SMART ist aus der Notwendigkeit entstanden, das historische und kulturelle Erbe der lokalen Gemeinschaften zu bewahren und den Touristen neue Entdeckungsmöglichkeiten und Wissenserfahrungen im Alpenraum anzubieten.

Drei Pilotstandorte wurden in das Projekt eingebunden, die sich durch kleine Museen und bedeutende kulturelle und landschaftliche Aspekte auszeichnen: Das Textilmaschinenmuseum in der Gemeinde Valdagno (Italien, Region Venetien), das Ecomuseum Val Resia – Talmuseum in der Gemeinde Resia (Italien, Region Friaul-Julisch Venetien) und das Schlossmuseum Ritzen in der Gemeinde Saalfelden (Österreich). Ein viertes Museum wurde vom Konsortium zusätzlich identifiziert, das Schreibmaschinenmuseum Peter Mitterhofer in der Gemeinde Partschins (Italien, Autonome Provinz Bozen - Südtirol), das ebenfalls in den innovativen Museumsverbund integriert wird.

Das Projekt SMART entwickelt sich in zwei Hauptphasen, die zur Schaffung eines inklusiven und innovativen Museumsrundgangs führen, der auf die Entdeckung und Kenntnis der grenzüberschreitenden Gebiete durch kleine Museen abzielt.

Während des gesamten Projekts wird eine intensive Informationskampagne gestartet, um die Kultur der inklusiven Zugänglichkeit für alle unter den Akteuren im Kultur- und Tourismussektor zu verbreiten, die teilnehmenden Pilotstandorte einem breiten Publikum bekannt zu machen und das Interesse der Bürger zu wecken, die lokalen Kulturschätze kennenzulernen, aufzuwerten und zu bewahren. Die Kampagne sieht die Organisation von 3 Schulungs-Webinaren vor; Studienbesuche für Reiseveranstalter an den Pilotstandorten; Bildungsbesichtigungen für Schulen; Teilnahme an Messen; öffentliche Tagung zur Präsentation der Projektergebnisse für Institutionen, Tourismus- und Kulturtreibende.

Schließlich werden praktische Leitlinien für Interessenvertreter und politische Handlungsempfehlungen veröffentlicht, um die Harmonisierung der regionalen und lokalen Strategien für barrierefreien Tourismus voranzutreiben.

SMART ist ein durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und Interreg Italien-Österreich V-A 2014-2020 finanziertes Projekt mit einer Laufzeit von 30 Monaten (September 2019 - März 2022).

SMART zielt darauf ab, die Attraktivität und Zugänglichkeit kleiner Museen im Alpenraum durch die Schaffung eines innovativen Museumsrundgangs zu fördern und sie zu einem wesentlichen Bestandteil für die sozioökonomische Entwicklung der ansässigen Gemeinschaften zu machen.

Zugänglichkeit und Innovation sind die zentralen Themen von SMART. Der entwickelte Museumsrundgang wird nicht nur für alle vor Ort zugänglich sein, um eine inklusive touristische Besuchererfahrung zu gewährleisten, sondern kann über das Internet auch aus der Ferne besichtigt werden, wodurch die geographischen Distanzen überwunden werden, die im Alpenraum besonders spürbar sind.

Dank des Einsatzes von Design für alle und der neuen Technologien, wie Künstliche Intelligenz und Virtual Reality, können die Besucher die Pilotstätten persönlich vor Ort oder aus der Ferne besuchen und dabei die alpinen Identitäten und die grenzüberschreitende Verbindung der verschiedenen Gebiete in vollem Umfang erleben.

Die spezifischen Ziele von SMART sind:

  • Aufwertung der lokalen Identitäten und des kulturellen, historischen und natürlichen Erbes;
  • Förderung eines Universellen Designs für alle durch multisensorische Erlebniswege, die es ermöglichen, die Gebiete auf eine inklusive Weise zu entdecken;
  • Verbreitung multimedialer touristischer Führungen, die in der Lage sind, neue Technologien, wie Augmented Reality und künstliche Intelligenz, zu nutzen;

  • 4 aufgewertete Natur- und Kulturstätten
  • 1 spezifische Werbekampagne für jeden Pilotstandort
  • 1 Studienbesuch an jedem Pilotstandort für Kultur- und Tourismustreibende, Studenten und öffentliche Verwalter
  • 3 Webinare/Mooc zur Schulung von nicht direkt am Projekt beteiligten Akteuren und Ausarbeitung von Leitlinien für inklusiven barrierefreien Tourismus (WP2)
  • 3 Partizipative Gestaltungsprozesse unter Einbindung der örtlichen Gemeinschaft
  • 1 Schulung zum Thema Barrierefreiheit, App zur Verwendung auf Tablets, die den Besuchern für interaktive und multimediale Museumsbesuche zu Verfügung steht, unter Einsatz von Künstlicher Intelligenz
  • 1 Barrierefreie Web-Plattform für den gemeinsamen Museumsrundgang, mit Elementen in Virtueller Realität und Multimedia-Elementen (WP4)
  • 3 Silent-Play-Erlebnisrouten im Freien (Silent Play), alle mit einer neuen Beschilderung, die nach den Prinzipien des Designs für alle entworfen wird, Schulung zur Realisierung und Führung von Silent Play Routen;
  • 7 Multimedia-Museumsinstallationen
  • 6 Museale Themenwege mit multimedialen und multisensorischen Elementen
  • 1 Lichtdesign, das es Besuchern ermöglicht, die Museen während der Nacht zu besuchen
  • 3 Öffentliche Eröffnungsveranstaltungen
  • 12.000 ha Habitat-Gebiete erhalten Unterstützung zur Verbesserung des Erhaltungszustands

Die erste Projektphase ist der Durchführung von partizipativen Gestaltungsprozessen und virtuellen Instrumenten zur inklusiven Nutzung des Kultur- und Naturerbes gewidmet. Die partizipativen Gestaltungsprozesse sind in allen 3 Pilotstätten vorgesehen und sehen die Einbindung der verschiedenen sozialen Akteure im jeweiligen Gebiet vor. Ziel ist es, in der Gemeinschaft ein Bewusstsein für das lokale Kulturerbe zu schaffen und sich wieder auf dieses hohe gemeinsame Gut zu besinnen und es zu bewahren.

Die lokalen Gemeinschaften werden bei der Ausarbeitung, Darstellung und Aufwertung ihres Kultur- und Naturerbes in einem partizipativen Prozess begleitet, um von der Basis ortsgebundene Erinnerungen und überliefertes Wissen sowie materielle und immaterielle Inhalte zu sammeln und zu bewahren, welche ansonsten Gefahr laufen würden, verloren zu gehen. Hierfür werden die Methoden der Sozialforschung (Erstellung von Gemeindekarten) und der Theateranimation (autobiografische Workshops, gemeinschaftliches Geschichtenerzählen/Storytelling) verwendet.

Virtuelle Instrumente werden dazu beitragen, die touristischen Erlebnisse an den Pilotstandorten attraktiver und unterhaltsamer zu gestalten, damit die Besucher ganz in den Ort eintauchen zu können. Hierfür gibt es:

  • eine Webplattform, um die 4 Pilotstandorte auch aus der Ferne zu besuchen (z.B. für Menschen mit Behinderungen) und in den Genuss besonderer Inhalte, virtueller Sammlungen sowie dauerhafter oder temporärer Multimedia-Sammlungen zu kommen.
  • eine interaktive App, die vor Ort auf Tablets der Museen genutzt werden kann: Die Applikation bietet jedem Nutzer die Möglichkeit, einen geeigneten Besichtigungsmodus auszuwählen und beinhaltet Inhalte und vertiefende Informationen, die auf besondere Nutzerbedürfnisse der Museumsbesucher abgestimmt sind.

Pilotmaßnahmen

Die Pilotmaßnahmen werden innovative Methoden entwickeln, um das kulturelle Erbe der Museen an den Pilotstandorten und des jeweiligen Gebiets in einer inklusiven, zugänglichen, erlebnisorientierten, interaktiven, multimodalen, physischen und virtuellen, multisensorischen, emotionalen und beziehungsbezogenen Perspektive genießen zu können. Die vorgesehenen Maßnahmen werden die Zugänglichkeit der Pilotstätten erheblich verbessern, ihre Bewahrung durch die lokale Gemeinschaft fördern sowie die Erfahrungen aller Besucher erweitern.

An den Pilotstandorten werden 2 Arten von Maßnahmen umgesetzt:

  • In den Museen werden die Ausstellungsbereiche für die Einführung neuer Inhalte (Themenwege, interaktive Multimedia-Installationen, 3D-Drucke, Augmented Reality) vorbereitet;
  • In den Außenbereichen werden hingegen neue Silent Play-Erlebnisrouten eingerichtet und barrierefrei beschildert, die vom jeweiligen Museumsstandort ausgehen und sich dem gemeinsamen Thema „Wasser“ widmen (Fluss Agno in Valdagno, Barman Bach in Resia, Ritzensee in Saalfelden), je nach Besonderheit des Standorts (Wasserkraftwerke, Landschaft, menschliche Aktivitäten usw.).

Zum Einsatz kommen gemeinsame Technologien, um die 4 Pilotstätten in einer gemeinsamen Web-Plattform für einen einheitlichen virtuellen Museumsrundgang zu verbinden, der für eine weitere Expansion offen ist: Augmented Reality in Museumsräumen zur Aufwertung und Attraktivitätssteigerung; 40 Tablets für Besucher und 10 i-Beacon-Hotspots in den Museen; kabelloses System für interaktive, multimodale, emotionale, beziehungsbezogen und immersive Audioführungen (Silent Play) auf Grundlage von originalen Ortsdramaturgien; spezielle App für den interaktiven Besuch.